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„Aus dem Nichts“. Kino in Haan.

August 02

„Aus dem Nichts“. Drama von Fatih Atkin, mit Diane Kruger. Vor Beginn von "Aus dem Nichts" sollte man am besten tief Luft holen, denn so viel vor wie dieser Film hat das deutsche Kino eher selten. Jahre sind Justiz, Untersuchungsausschüsse, Aktionsbündnisse und Medien damit beschäftigt, die Verbrechen des NSU aufzuklären, Jahre dauert der Prozess um Beate Zschäpe. Doch nur 106 Minuten reichen bei Fatih Akin und Co-Autor Hark Bohm aus, um diesen Komplex zu einem Film zu verdichten.
Freitag 2. August, 19.30 Uhr, Ökumenisches Kirchenkino, Gemeindehaus Flemingstr. 26, Haan. Eintritt frei. Foto: t3-gstatic.com.

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Am Freitag, 2. August zeigt das Ökumenische Kirchenkino mit „Aus dem Nichts“ ein Drama von Fatih Atkin. Aus dem Nichts zerbricht Katja Sekercis Leben: Ihr Mann und ihr Sohn sterben bei einem Nagelbombenanschlag. Kurz vor dem Anschlag hat sie am Tatort noch eine blonde junge Frau gesehen, die ihr neues Fahrrad nicht abschließen wollte. Trotzdem ermittelt die Polizei erst einmal in andere Richtungen. »War Ihr Mann religiös? War er Kurde? War er politisch aktiv?«, so lauten die ersten Fragen des Kriminalbeamten an Katja. Wenige Tage später steht die Kripo mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Tür und durchkämmt das Haus nach Drogen.

Was in Fatih Akins Filmdrama nur eine Viertelstunde in Anspruch nimmt, dauerte für die Angehörigen der NSU-Mordopfer mehrere Jahre. Jahre, in denen die Verstorbenen, deren Familien und Freunde nach kriminellen Verdachtsmomenten durchleuchtet wurden, weil die Ermittler ebenso wie die Presse die Täter  in der türkischen Gemeinde suchten. Doch dann wendet sich das Blatt im Film plötzlich doch noch: Die Neonazi-Eheleute André und Edda Möller werden als Hauptverdächtigte festgenommen. Mit einer vermeintlich wasserdichten Beweislage erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen heimtückischen Mordes…

»Aus dem Nichts« ist diesen Hinterbliebenen gewidmet, ihrem Schmerz und ihrem wütenden Verlangen nach Gerechtigkeit. Während der Kriminalfall zum rechtsstaatlichen Justizdrama wird, beharrt der Film auf seinem emotionalen Zugang. So erleben wir statt abgeklärter Analyse einen herausfordernden Beitrag zur Perspektive der Terroropfer, denen sehr viel, vielleicht zu viel Geduld abverlangt wird.
Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, sich bei einem Glas Wein oder Wasser über den Film auszutauschen.

„Aus dem Nichts“. Kino in Haan.